von Annina Ritsche, Leiterin im katholischen Montessori Kindergarten „Zur hl. Familie“ (Engelskirchen-Hardt)
Vorbereitung „Die Eingewöhnung unserer Tageseinrichtung beginnt schon lange vor der Neuaufnahme. Wir bieten jeder Familie einmal im Monat einen Spiel- und Klönnachmittag an. So haben die Familien die Möglichkeit die Einrichtung kennen zu lernen und sich mit anderen Familien auszutauschen. Die Kinder entdecken dabei den Kindergarten und spielen mit anderen Kindern. Zusätzlich bieten wir Hospitationen am Vormittag an. Das hilft besonders unsicheren Familien bei der Entscheidung, ob sie die Montessoripädagogik und der Tagesablauf bei uns anspricht. Wir versuchen generell unsere Arbeit für Familien transparent zu machen. Darum laden wir zum gemeinsamen St. Martinszug ein, veranstalten einen Tag der offenen Tür und ein Sommerfest. Für die Anmeldegespräche nehmen wir uns viel Zeit, damit wir die Familien kennen lernen können und die Familien sich aufgenommen fühlen.
Vor dem ersten Tag im Kindergarten Nachdem die Neuaufnahmen abgeschlossen sind, gibt es einen Elterninformationsabend, an dem auch die Eingewöhnung des Kindes thematisiert wird. An speziellen Schnuppernachmittagen versuchen wir den Start für Kinder – und ihre Eltern – zu erleichtern. Ganz individuell auf das einzelne Kind bezogen, werden die Kinder dann schon eine halbe bis eine Stunde bei uns ohne Elternteil alleine gelassen. Jedes Kind hat an diesen Nachmittagen eine feste Bezugsperson. An diesen Nachmittagen werden die Ängste der Familien benannt, und wir versuchen gemeinsam Lösungen zu finden.
Der erste Tag im Kindergarten Am ersten Tag ist es ganz wichtig, dass die Eltern loslassen können. Dem Kind wird es ansonsten schwer fallen, Vertrauen in den Kindergarten und in die Erzieherin zu fassen. Jedes Kind findet vom ersten Tag an seinen Namen an der Garderobe, im Waschraum und am Eigentumsfach im Gruppenraum. Es hat von Anfang an eine feste Bezugsperson und ein Patenkind (älteres Kindergartenkind). Dieses Patenkind hilft ihm zusätzlich sich im Kindergarten zu Recht zu finden. Außerdem bringen die Kinder ein Stofftier oder Schnuffeltuch von zu Hause mit.
Feste Rituale Wir haben feste Rituale, die den Kindern den Start erleichtern. Gemeinsam mit den Eltern wird der Garderobenplatz vorbereitet. Wir stellen die Gummistiefel in den Waschraum und hängen die Kindergartentasche an den Taschenwagen. Außerdem werden Taschentücher und eine Augenbinde (für Spiele zu Sinneswahrnehmung) in das Eigentumsfach gelegt. Anschließend machen wir ein Foto des Kindes, gehen zur Tür und die Eltern verabschieden sich. Uns ist wichtig, dass die Vertrauensperson sich deutlich verabschiedet, damit das Vertrauen des Kindes nicht gestört wird und es lernt, Abschied zu nehmen. Denn je länger sich der Abschied hinzieht, umso höher wird für das Kind der Abschiedsberg. Wenn die Eltern gegangen sind, gestalten wir gemeinsam mit dem Kind seine Fotokarte, die es dann an der Fotowand aufhängen kann. Wir gehen individuell auf die Kinder ein je nachdem, wie sie den Abschied verkraften. Wir geben Trost, gehen z. B. mit ihnen spielen oder gemeinsam frühstücken. Die Eltern haben die Möglichkeit uns anzurufen, wenn sie verunsichert sind. Normalerweise bleiben die Kinder dann die erste Woche bis 12 Uhr. Wichtig: Wir geben jedem Kind die Zeit, die es braucht und arbeiten eng mit den Eltern zusammen.
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