Weihnachtsgedichte

Auswendiglernen - so klappt's bestimmt

„Von drauß vom Walde komm' ich her. Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!“. Das klassische Weihnachtsgedicht über Knecht Ruprecht kennt jedes Kind. Damit sich die Nachwuchsdichter mühelos auch andere Reime merken, ist ein kreatives Lern-Umfeld gefragt.

Verse und Reime nehmen in Kindergärten und Schulen eine immer untergeordnetere Rolle ein. Dabei ist ein gutes Gedächtnis und die Fähigkeit mühelos auswendig zu lernen das ganze Leben lang wichtig.
Besonders die besinnliche Weihnachtszeit ist ideal für ein erfolgreiches Comeback der Dichtkunst. Damit der Spaßfaktor bei den Kindern nicht zu kurz kommt und das Merken leichter fällt, lassen sich Gedichte am besten mit anderen kreativen Aktivitäten kombinieren.
Das heißt: Man nehme ein Gedichtbuch, Stifte, Papier, Schere, Pritt Alleskleber – und schon kann der weihnachtliche Dichternachmittag beginnen.
Je nach Alter wird das ausgewählte Gedicht komplett gelernt oder nach Versen unter den Kindern aufgeteilt. Gemeinsam basteln sie anschließend Figuren, Gegenstände oder Landschaften aus ihrem Gedicht bzw. Vers nach. Dabei beschäftigen sich die Kids intensiv mit der Handlung und erleben sie vor ihrem inneren Auge mit. Das bringt entscheidende Pluspunkte für das Auswendiglernen.
Zweite Variante der vielseitigen Aktion: Auf ein großes Plakat malen die Kinder die Geschichte aus ihren Versen in bunten Farben. Das hilft zusätzlich bei der Visualisierung und ist die perfekte Hintergrunddekoration für den späteren Gedichtvortrag vor der Gruppe oder den Eltern am Weihnachtsabend.
Lange, sehr bildliche oder auch außergewöhnliche Gedichte wie z. B. „Ein guter Freund des Weihnachtsmanns“ (www.passende-gedichte-finden.de/gedichte-zu-weihnachten.html) von Renate Eggert-Schwarten lassen sich übrigens auch sehr gut als kleines Weihnachtstheaterstück inszenieren.
Viel Spaß beim Ausprobieren!


Beispielgedicht

Herr Winter und die Kinder
(von Hermann Kletke, 1813 – 1886)

Im weißen Pelz der Winter
steht lang schon vor der Tür.
"Ei guten Tag, Herr Winter!
Das ist nicht hübsch von dir.
Wir glaubten, du wärest wer weiß wie weit,
da kommst du auf einmal dahergeschneit.
Nun, da du schon hier bist, so mag’s wohl sein;
doch sage, was bringst du uns Kindelein?"

"Was ich euch bringe, das sollt ihr wissen:
Sankt Nikolaus erst mit Äpfeln und Nüssen;
dann Christbaum mit Kerzen und Marzipan,
Lebkuchen, so viel ich schleppen kann;
darunter Puppen und Puppenstuben
und Zinnsoldaten für die Buben;
auch Bilderbücher, Wagen und Pferde,
und eine Krippe mit Hirten und Herde.

Dann lustige Fastnacht mit Tanz und Spiel,
Hanswurstel und Masken, ich weiß nicht wie viel;
auch Mäntel und Handschuh, und wollt ihr hübsch bitten,
so bring ich euch die schönsten Schlittschuh und Schlitten
und blankes Eis,
so viel ich weiß;
große Schneeballen
die euch gefallen,
und dann im Jänner
die größten Schneemänner."
"Macht auf und lasst den Winter herein!
Er soll uns allen willkommen sein.“


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