„Was wir lachend lernen, lernen wir gut.“ Das gilt auch für die Sprachkompetenz, die bereits im Kindergarten nachhaltig gefördert werden muss.
Warum also nicht einmal auf die guten alten Zungenbrecher zurückgreifen, mit denen die Kleinen spielerisch schwierige Laute und eine korrekte Aussprache trainieren. „Drei tropfnasse traurige Trogträger trugen triefende Tröge treppauf und treppab“ oder „Fischers Fritze fischt frische Fische“. Solche Wortspiele machen Spaß und der ein oder andere Versprecher ist nicht nur erlaubt, sondern wünschenswert.
Was die Zungenbrecher auszeichnet: Die einzelnen Worte sind nicht besonders schwierig. Das Problem ist vielmehr die Aneinanderreihung von Worten mit gleichartigen oder ähnlichen Lauten. Vor allem die Zischlaute sind eine Herausforderung. „Zwei zischende Schlangen zischten zwischen zwitschernden Vögeln“. Wer sich an solche Sätze heranwagt, trainiert neben der Artikulation auch sein Sprechtempo und seine Konzentration. So kommt die Freude am Sprechen von ganz allein und gemeinsam können ungewohnte Lautverbindungen trainiert werden.
Denn die Bedeutung einer frühen Sprachförderung ist unumstritten. So dokumentierte das Testverfahren „Delphin 4“, das in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde, eine dramatische Entwicklung: Ein Viertel aller Vierjährigen braucht vor der Einschulung eine Sprachförderung. Auch das Land Bayern will die Kompetenz rund um Worte und Laute nachhaltig verbessern. Ab dem nächsten Schuljahr soll dort jedes ausländische Kind vor der Einschulung 240 Förderstunden in Deutsch erhalten.
Denn die Angst Fehler zu machen oder ausgelacht zu werden macht es insbesondere auch fremdsprachigen Kindern oft schwer, die deutsche Sprache zu erlernen. Viele ziehen sich zurück oder kommunizieren so wenig wie möglich. Die fröhlichen Zungenbrecher sind ein Weg, diese Jungen und Mädchen aus ihrer Nische zu locken. Fehler sind lustig, und auch sprachgewandte Kinder tappen in die Falle aus Um- und Mitlauten. Wenn es um Zungenbrecher geht sind alle gleichberechtigt.
Übrigens: Zungenbrecher gibt es in jeder Sprache. Wie wäre es zum Beispiel mit dem türkischen Spruch „Bu eksi eski eksi“ oder „Kartal kalkar dal surkar, dal sarkar kartal kalkar“. Solche sprachlichen Stolpersteine gibt es natürlich auch in russisch, italienisch oder spanisch. Fragen Sie doch einfach mal die Eltern in ihrem Kindergarten.
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